D21 Ausstellung: »From Here to Afternoon«

English version below

Eine Ausstellung über den räumlichen, zeitlichen und sozialen Charakter von Bewegung

Eröffnung: Donnerstag, 15. Oktober 2015, 19 Uhr

Ausstellungsdauer: 16. Oktober bis 15. November 2015

Öffnungszeiten: Freitag bis Sonntag, 15 bis 19 Uhr

Künstler_innen: Alice Creischer & Andreas Siekmann, Kajsa Dahlberg, Elke Marhöfer & Mikhail Lylov, Liz Magic Laser, Romana Schmalisch, Arseniy Zhilyaev

Rahmenprogramm:  Samstag, 14. November 2015, 15 Uhr
»Reach, Grasp, Move, Position, Apply Force«, Filmvorführung und Gespräch mit Kajsa Dahlberg

Kuratiert von: Patrik Haggren & Mikhail Lylov

»From Here to Afternoon« versammelt künstlerische, wissenschaftliche und soziale Techniken, die Bewegung und Organisation abstrahieren und verknüpfen. Die Ausstellung entlehnt ihre Gesten fotografischen Bewegungsstudien aus dem frühen 20. Jahrhunderts. Diese Technik wurde von Lillian und Frank Gilbreth erfunden, den beiden wichtigsten Protagonisten des Management Engeneering in den USA, und durch den russischen Neurophysiologen Nikolai Bernstein, Begründer der modernen Bewegungswissenschaft am Zentralinstitut für Arbeit in Moskow (TsIT), verbessert.

In der Ausstellung stoßen Techniken, die von außen Einfluss und Kontrolle auf die Bewegung von Individuen und Kollektiven nehmen, auf ihre Gegenstrategien: langsames Arbeiten als Form des kollektiven Widerstands in Italien; der individuelle Kampf eines russischen Künstlers, der seine Haft als Zeit intensiver Produktion nutzt; die Sprache der Piktogramme, die der Künstler Gerd Arntz erfand, um aus rationalen Individuen innerhalb von Massenbewegungen Subjekte zu machen; Rudolf Labans aus Kristallformen entwickelte Tanzbewegungen und anthropologische Filme, die sich der Bewegung und dem Affekt bedienen.

Bewegung wird in der Ausstellung als ein Konzept gesehen, das in jedem Fall über Formalisierung und Kontrolle hinausgeht, indem es auch verschiedene Gegenstrategien ermöglicht. Denn Kontrolle von Bewegung funktioniert im Rahmen der Organisation von Arbeit genauso wie in der Organisation dagegen.

»From Here to Afternoon« befasst sich mit den Spuren taktischer Beziehungen zwischen Kapital und Arbeit, Staat und Individuum – um nicht nur die Symbole des Widerstands zu rekonstruieren, sondern Bewegung als transversales Konzept sichtbar zu machen, das Gegenbewegungen, Gegenstrategien erzeugt.

English version

»From Here to Afternoon«

an exhibition on the spacial, temporal and social characters of movement

»From Here to Afternoon« borrows its initial gestures from early 20th century photographic studies of movement conducted by North American labor engineers Lillian and Frank Gilbreth and Soviet neurophysiologist Nikolai Bernstein at Moscow's Central Institute of Labor (TsIT). In the exhibition, techniques for externally taking control over movements of individual and collective bodies come across their counter-techniques: slowing down used to form collective industrial and civil struggle in Italy; the individual struggle of a Russian artist who transforms his conditions of imprisonment into conditions of production; the pictographic language of Gerd Arntz intended for the subjectification of rational individuals within mass-movements; Rudolf Laban's vitalist “Crystalline Movement”; and anthropological filmmaking that follows after movements and affects.

Throughout, movement is viewed transversally as a concept that in each case proceeds toward formalization and control while giving rise to various counter-movements. The control of movement functions within the organization of work as much as the organization against it. From Here to Afternoon deals with traces of tactical relations between capital and labor, state and individual, attempting to reconstruct not only symbols of resistance but ways of looking for counter-strategies.

Gefördert durch:

Die Ausstellung »From Here to Afternoon« wird gefördert vom Kulturamt der Stadt Leipzig. Wir bedanken uns bei der Galerie für Zeitgenössische Kunst und Büro für kulturelle Übersetzungen e.V.

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