»Unterwegs nach dem Mehr.« - Satellit des f/stop – 6. Festival für Fotografie Leipzig

Eröffnung: Donnerstag, 22.05.2014, 19 Uhr

Ausstellungsdauer: 23.05. – 15.06.2014

Öffnungszeiten: Do–So 15–19 Uhr
Öffnungszeiten während des f-stop Festivals (07.06. – 15.06.2014): Mo–So 15–19 Uhr

Künstler_innen:
Sophie Aigner, Oliver Krebs, Ulrike Kolb, Ulrike Hannemann, Andy Heller, Ruth Hommelsheim, Werner Huthmacher, Bettina Lockemann, Julia Müller und Nina Wiesnagrotzki

Kuratorin:
Constanze Müller

Wohin gehen wir? Wo ist das Ziel unseres menschlichen Strebens? Und nach welchem Ort suchen wir, um uns glücklich zu nennen?

Die Konsumwelt ist durchzogen von Versprechungen und Verheißungen. Wir agieren in Wunschwelten und sprechen in Euphemismen, um die Drastik täglicher Geschehnisse zu mildern. Unsere Suche ist dabei eine ständige Reise zum Schönen und Vollkommenen, aber auch zum Scheinhaften und Trügerischen. Die Durchdringung unseres Lebens mit diesem Wunsch geht soweit, dass er uns ein Bedürfnis ist. Das eigene Scheitern blenden wir oft aus oder behandeln es als Makel, den es zu verstecken gilt. Unsere permanente Suche nach dem >Mehr< scheint dabei desto stärker zu werden, je schwieriger es zu erreichen ist, weil sich Fragmentarisches, Unentschiedenes und Unvollkommenes immer häufiger in unsere Leben drängen.

Dabei verbindet sich die Suche nach dem verheißenen Ziel sehr häufig mit einer anderen Realität – einer anderen Welt, einem anderen Ort, einem veränderten Seins-Zustand. Gleich der Vorstellung vom Paradies durchziehen wir das eigene private Leben mit unbefleckten Schönwelten von All-inclusive-Urlauben, dem außergewöhnlichen Styling des eigenen Körpers durch Mode und Sport oder dem Geheiß eines ständigen Strebens nach Leistung und Fortschritt. Der Bezug zum Paradies eröffnet dabei noch immer einen Bedeutungsraum, der sich auch in unserer weniger religiös verstandenen Umgebung zumeist mit einem Ort verbindet. Die Suche nach einem Hortus conclusus, dem verschlossenen Garten, der uns von der Außenwelt abschirmt, oder dem Paradiesgärtlein, das einem das Glück des Wunderbaren zu offenbaren scheint, verbinden wir mit Gefühlen von Heimat und Geborgenheit, von Gemeinschaft und Angekommen sein. Die Sehnsucht nach dem Arkadien als Ausstieg aus dem Alltag, nach einem Utopia der besseren Welt, die Manifestation des Lebensglückes in Eigenheim und Familie oder der eigene Körper als Projektionsfläche anvisierter Lebensrollen sind Wünsche, deren Realisierung sich auf eine bestimmte Ortsvorstellung projiziert.

Die Fotografie aus der Serie »Scape« von Werner Huthmacher zeigt ein Werbebanner, das für eine neu entstehende Stadt wirbt. Julia Müller geht in ihrer Arbeit »Views« Repräsentationen von Urlaubserlebnissen nach, stereotype Vorstellungen und Repräsentationen offenbarend. Die Arbeit »built on sand: desert territory« von Ulrike Hannemann dagegen zeigt ummauerte Wüstensiedlungen, die auf dem Reißbrett geplant, einer unwirtlichen Natur neuen Lebensraum abtrotzen. Anders die Serie »Docklands« von Bettina Lockemann. Sie dokumentiert die Wiederbebauung eines Hafenarreals. Ulrike Kolb zeigt in ihren Fotografien »o.T. (Landschaften)« dagegen wie sich fernab von menschlichen Relikten, Konzepte von Romantisierung und ästhetischer Schönheit in menschlichen Blicken auf uns umgebende Natur manifestieren. Dem Blick auf Sehenswürdigkeiten, die zuhauf bereits fotografiert wurden, und damit unser kulturelles Gedächtnis umspannen, folgt Oliver Krebs in seinen Fotografien. Andy Heller dagegen dokumentiert in ihrer fotografischen Arbeit »CA 93428« Hintereingänge von Häusern als Zugänge zu Heim und Geborgenheit. Ruth Hommelsheim untersucht in ihrer Arbeit »Versammlungen« in übermalten Familienfotos Repräsentationen von Familie als Manifestationen von Lebensglück. Nina Wiesnagrotzki arbeitet in ihrer Installation »Definitive Assoziationen« mit dem Ort der Klinik als Sehnsuchtsmetapher nach Gesundheit und Schönheit. Mit ihrem eigenen Körper spielt dagegen Sophie Aigner als Projektionsfläche anvisierter Lebenssituationen und hinterfragt in ihrer Audioarbeit »IMMER SO« Realität und Künstlichkeit.

Ausstellung im D21 Kunstraum Leipzig im Rahmen des f/stop – 6. Festival für Fotografie Leipzig und in Kooperation mit LORIS – Galerie für zeitgenössische Kunst, Berlin.

Kooperationspartner:

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Gefördert durch:

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