02. Nov–10. Dez 2017

Geographie des sozialen Unbewussten

Ausstellung

Foto: Paula Gehrmann

2017 Material Recht

Eröffnung: 02. Nov 2017, 19 Uhr

Ausstellungsdauer: 02. Nov–10. Dez 2017

Künstler_in: ZbynÄ›k Baladrán

Kurator_in: Lena BrĂĽggemann

Die Ausstellung Geographie des sozia­len Unbewussten zeigt Filme, Diagramme und Collagen des tsche­chi­schen Konzeptkünstlers Zbyněk Baladrán. Mit Methoden, die an jene aus der Ethnologie, Anthropologie und Archäologie erin­nern, legt Baladrán die Symptome und Widersprüche frei, die unse­re Gesellschaft als Ganzes beein­flus­sen. Die für die Ausstellung neu ent­stan­de­nen Diagramme ana­ly­sie­ren die Tiefenschichten der post­for­dis­ti­schen Gesellschaft: der Marx’sche General Intellect (also das gesell­schaft­li­che Wissen als wich­tigs­te Produktivkraft) nimmt seuf­zend Platz auf Freuds Couch. Die Arbeiten benut­zen Bilder aus der Gegenwart und Vergangenheit, doch sie erzäh­len von einer radi­kal ande­ren Zukunft, die schon in uns steckt. Baladrán blickt auf neue Formen von Subjektivität, die aus Maschinen, Infrastrukturen, Sensoren, Schnittstellen und mensch­li­chen sowie nicht­mensch­li­chen Nutzer_innen ent­ste­hen. Wie ist die­ses neue kol­lek­ti­ves Bewusstsein beschaf­fen? Was sind sei­ne Kindheitstraumata? Zbyněk Baladrán legt durch sei­ne Arbeit die neu­en Koordinaten der Gesellschaft frei.

Die Ausstellung ist der letz­te Teil des D21-Jahresprogramms Material Recht. Untersucht wer­den hier­bei gesell­schaft­li­che und tech­no­lo­gi­sche Veränderungen, die zu einer struk­tu­rel­len Krise unse­res Rechts füh­ren.

Zbyněk Baladrán (*1973, Prag, Tschechoslowakei) ist Künstler, Autor, Kurator und Ausstellungsarchitekt. 2001 grün­de­te er „Display“, einen Raum für zeit­ge­nös­si­sche Kunst in Prag, der sich 2007 zu „Tranzitdisplay“ ver­wan­del­te. 2010 war er Mitglied des kura­to­ri­schen Teams der Manifesta 8 in Murcia, Spanien. Ausgewählte Ausstellungen: Lyon Biennale (FR), Manifesta 5, Donostia / San Sebastian (ES, 2004), Venedig Biennale (IT, 2013), MoMa, New York (USA, 2015), Kunsthalle Wien (A, 2016)

Gefördert durch:

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Fotografie:
Paula Gehrmann, Peter Grosse