20.11. – 19.12.21

EYTHRA (HUNITI GOLDOX)

Ausstellung

Foto: Sadie Weis

Ausstellungsdauer  20.11. – 19.12.21

Kuratiert durch  Tu√ße Erel & Tina Ribarits

English below ↓

Unter der Wasseroberfl√§che des Zwenkauer Sees liegt der Geist von Eythra, einem Dorf, das 1987 durch den Braunkohleabbau aus¬≠ge¬≠l√∂scht wur¬≠de. Die Landschaft s√ľd¬≠lich von Leipzig, urspr√ľng¬≠lich von dich¬≠tem Auenwald bedeckt, wur¬≠de √ľber Jahrhunderte hin¬≠weg durch Besiedlung und Tagebau umge¬≠stal¬≠tet. Nach dem Mauerfall wur¬≠den die ehe¬≠ma¬≠li¬≠gen Tagebaufl√§chen mit Wasser gef√ľllt und die Gegend in das soge¬≠nann¬≠te ‚ÄěNeuseenland‚Äú ver¬≠wan¬≠delt, eine k√ľnst¬≠li¬≠che Wasserlandschaft und ein Marketingkonzept.

EYTHRA ist eine Erinnerung an ver¬≠ges¬≠se¬≠ne Territorien und ent¬≠h√ľllt, was hin¬≠ter oder unter dem Gegenwartszustand liegt. Es ist eine √Ėffnung zu dem, was noch nicht und zuwei¬≠len nicht mehr ist. So zeigt es nicht nur Verlust und Verzweiflung, son¬≠dern auch Verlangen nach und Wissen √ľber geleb¬≠tes Leben und geleb¬≠te Gemeinschaften. Es ist ein Versuch, Welten zu erdenken, zu ersp√ľ¬≠ren und zu erbau¬≠en mit¬≠hil¬≠fe des Ged√§chtnisses und des Archivs des Wassers und sei¬≠ner Verkn√ľpfung mit mensch¬≠li¬≠chen und nicht¬≠mensch¬≠li¬≠chen K√∂rpern, √ľber alle his¬≠to¬≠ri¬≠schen Epochen hin¬≠weg. Die 360-Grad-Umgebung, die sich durch VR-Headsets erfah¬≠ren l√§sst, zeigt eine Architektur und ein Reenactment von ver¬≠wo¬≠be¬≠nen Landschaften, die gepr√§gt sind vom ste¬≠ten mensch¬≠li¬≠chen Verlangen danach, die Natur zu gestal¬≠ten und neu zu schaf¬≠fen. Indem sie der Materie eine Stimme ver¬≠leiht, reflek¬≠tiert die Arbeit gewalt¬≠t√§¬≠ti¬≠ge Eingriffe in die √Ėkologie und nimmt gleich¬≠zei¬≠tig in den Blick, was Natur war, ist und sein kann.

Under the water sur¬≠face of the Zwenkauer See lake lies the ghost of Eythra, a vil¬≠la¬≠ge near Leipzig that was ent¬≠i¬≠re¬≠ly era¬≠sed in 1987, during the for¬≠mer GDR, for inten¬≠si¬≠ve brown coal mining. This land¬≠s¬≠cape had trans¬≠for¬≠med from a den¬≠se river¬≠si¬≠de forest (Auenwald), to vil¬≠la¬≠ges, mining pits and a huge lake district. Since the fall of the Wall, the old open-cast mines have been fil¬≠led with water, con¬≠ver¬≠ting the area into ‚ÄúNeuseenland‚ÄĚ, an arti¬≠fi¬≠cial water land and a mar¬≠ke¬≠ting concept. 


EYTHRA is a remin¬≠der of for¬≠got¬≠ten ter¬≠ri¬≠to¬≠ries unvei¬≠ling what lies behind the sta¬≠ge of the pre¬≠sent. It is an ope¬≠ning to the not yet and, at times, not any¬≠mo¬≠re. Thereby it accounts not only for the loss and des¬≠pair, but the desi¬≠re and know¬≠ledge of lived lives and com¬≠mu¬≠nities. It is an attempt to think, sen¬≠se, and build worlds through the memo¬≠ry and archi¬≠ve of water and its inter¬≠con¬≠nec¬≠ted¬≠ness throughout histo¬≠ry with human and non-human bodies. The 360¬į envi¬≠ron¬≠ment expe¬≠ri¬≠en¬≠ced through VR head¬≠sets demons¬≠tra¬≠tes an archi¬≠tec¬≠tu¬≠re and ree¬≠nact¬≠ment of ent¬≠an¬≠gled land¬≠s¬≠capes that reflect on the ongo¬≠ing human desi¬≠re to shape and re-make natu¬≠re. By (re)articulating mat¬≠ter and mate¬≠ri¬≠al, the work reflects on vio¬≠lent eco¬≠lo¬≠gi¬≠cal inter¬≠ven¬≠ti¬≠ons and mani¬≠pu¬≠la¬≠ti¬≠ons, while con¬≠tem¬≠pla¬≠ting what natu¬≠re was, is, and can be.

 

Gefördert durch

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