Mit „Anstiftung zur Vorspiegelung wahrer Tatsachen“ zeigt Juliane Jaschnow eine raumgreifende Installation mit Elementen aus einem dreiteiligen Werkkomplex, an dem sie seit 2019 arbeitet. REKAPITULIEREN und »mit freundlichem Beifall« waren bereits im IDEAL Artspace zu sehen. Hier verweisen wir auf die Ausstellungstexte des IDEAL:
https://idealartspace.de/julianejaschnow/
„Der für die Erstürmung errichtete dreistöckige Bau wird von einer massiven Metallkonstruktion getragen, der große Planen mit aufgedruckten Fassadenteilen vorgehängt sind. Einschusslöcher, blinde Fenster und die originalgetreue Inschrift Dem Deutschen Volke sind detailliert zu erkennen. Mit 10.000 Zuschauer*innen auf Tribünen vor Ort und einer TV-Liveübertragung wird die Schlüsselszene des russischen Kriegsgedenkens als mediales Großereignis reinszeniert.
Am Abend des 30. April 1945 nimmt die Rote Armee den Reichstag ein, Soldaten hissen die Rote Fahne auf dem Gebäude. Zwei Tage nach der Erstürmung wird die Szene für ein offizielles Foto nochmals wiederholt.
Insgesamt werden am zerstörten Reichstag rund 40 Flaggen angebracht. Die Fahne mit der Nummer 5 erklärt man schließlich zum offiziellen Siegesbanner.
Für die Besucher*innen der Modellstadt steht der Reichstag alle 2 Minuten in Flammen.
Mit REKAPITULIEREN seziert Juliane Jaschnow aktuelle und historische Schichtungen des ikonischen Symbols des Reichstags. Die Narrative dieses Ortes werden in der Ausstellung dekonstruiert und das Erinnerungskondensat als hybride mediale Kulisse lesbar.“

