15. September 2025

Juliane Jaschnow „Rekapitulieren“ im IDEAL 30.10.20–24.03.21

Ausstellung: Anstiftung zur Vorspiegelung wahrer Tatsachen

Mit „Anstiftung zur Vorspiegelung wah­rer Tatsachen“ zeigt Juliane Jaschnow eine raum­grei­fen­de Installation mit Elementen aus einem drei­tei­li­gen Werkkomplex, an dem sie seit 2019 arbei­tet. REKAPITULIEREN und »mit freund­li­chem Beifall« waren bereits im IDEAL Artspace zu sehen. Hier ver­wei­sen wir auf die Ausstellungstexte des IDEAL:

https://idealartspace.de/julianejaschnow/

„Der für die Erstürmung errich­te­te drei­stö­cki­ge Bau wird von einer mas­si­ven Metallkonstruktion getra­gen, der gro­ße Planen mit auf­ge­druck­ten Fassadenteilen vor­ge­hängt sind. Einschusslöcher, blin­de Fenster und die ori­gi­nal­ge­treue Inschrift Dem Deutschen Volke sind detail­liert zu erken­nen. Mit 10.000 Zuschauer*innen auf Tribünen vor Ort und einer TV-Liveübertragung wird die Schlüsselszene des rus­si­schen Kriegsgedenkens als media­les Großereignis reinszeniert.

Am Abend des 30. April 1945 nimmt die Rote Armee den Reichstag ein, Soldaten his­sen die Rote Fahne auf dem Gebäude. Zwei Tage nach der Erstürmung wird die Szene für ein offi­zi­el­les Foto noch­mals wiederholt.
Insgesamt wer­den am zer­stör­ten Reichstag rund 40 Flaggen ange­bracht. Die Fahne mit der Nummer 5 erklärt man schließ­lich zum offi­zi­el­len Siegesbanner.

Für die Besucher*innen der Modellstadt steht der Reichstag alle 2 Minuten in Flammen.

Mit REKAPITULIEREN seziert Juliane Jaschnow aktu­el­le und his­to­ri­sche Schichtungen des iko­ni­schen Symbols des Reichstags. Die Narrative die­ses Ortes wer­den in der Ausstellung dekon­stru­iert und das Erinnerungskondensat als hybri­de media­le Kulisse lesbar.“