Wir haben Kuratorin Sara Castelo Branco gefragt, ob sie uns einen Einblick in die ausgewählten Arbeiten zur aktuellen Ausstellung Dissident Bodies geben kann:
Teil 5 /Eliška Konečná:
Die Arbeiten von Eliška Konečná erforschen den Körper als einen fragilen und wandelbaren Ort, an dem die Grenzen zwischen Innen und Außen sowie zwischen Organischem und Konstruiertem zunehmend verschwimmen. Durch feine materielle Prozesse und subtile Formen reflektiert ihre künstlerische Praxis Themen wie Transformation, Verletzlichkeit und die Instabilität körperlicher Identität.
Konečná arbeitet häufig mit Materialien, die Weichheit, Durchlässigkeit und Veränderung suggerieren und an Haut, Membranen oder schützende Hüllen erinnern. Daraus entstehen Formen, die zugleich intim und distanziert wirken – vertraut und doch schwer vollständig zu erfassen. Ihre Werke scheinen sich in einem Zustand des Übergangs zu befinden, als würden sie sich fortwährend bilden oder auflösen und sich einer eindeutigen Festlegung entziehen.
Im Kontext der Ausstellung leistet ihre Arbeit einen Beitrag zu einer umfassenderen Auseinandersetzung mit der Frage, wie Körper jenseits traditioneller Kategorien neu gedacht werden können. Indem sie Fragilität, Fluidität und Transformation in den Mittelpunkt stellt, lädt Konečná die Betrachtenden dazu ein, den Körper als ein offenes System zu verstehen – als etwas, das seine Grenzen ständig neu aushandelt und seine Form fortwährend neu definiert.
Eliška Konečná ist eine tschechische Künstlerin, die traditionelle Handarbeit mit zeitgenössischer Kunst verbindet. Nach ihrem Malereistudium in Prag entwickelte sie während eines Aufenthalts in Den Haag ihre charakteristische Technik: bestickte und ausgestopfte Textilbilder mit reliefartiger, haptischer Oberfläche.
Bild: @ M. Moser
