17. Juni 2026

Dissident Bodies: FOKUS / Eliška Konečná

Wir haben Kuratorin Sara Castelo Branco gefragt, ob sie uns einen Einblick in die aus­ge­wähl­ten Arbeiten zur aktu­el­len Ausstellung Dissident Bodies geben kann:

Teil 5 /Eliška Konečná:

Die Arbeiten von Eliška Konečná erfor­schen den Körper als einen fra­gi­len und wan­del­ba­ren Ort, an dem die Grenzen zwi­schen Innen und Außen sowie zwi­schen Organischem und Konstruiertem zuneh­mend ver­schwim­men. Durch fei­ne mate­ri­el­le Prozesse und sub­ti­le Formen reflek­tiert ihre künst­le­ri­sche Praxis Themen wie Transformation, Verletzlichkeit und die Instabilität kör­per­li­cher Identität.

Konečná arbei­tet häu­fig mit Materialien, die Weichheit, Durchlässigkeit und Veränderung sug­ge­rie­ren und an Haut, Membranen oder schüt­zen­de Hüllen erin­nern. Daraus ent­ste­hen Formen, die zugleich intim und distan­ziert wir­ken – ver­traut und doch schwer voll­stän­dig zu erfas­sen. Ihre Werke schei­nen sich in einem Zustand des Übergangs zu befin­den, als wür­den sie sich fort­wäh­rend bil­den oder auf­lö­sen und sich einer ein­deu­ti­gen Festlegung entziehen.

Im Kontext der Ausstellung leis­tet ihre Arbeit einen Beitrag zu einer umfas­sen­de­ren Auseinandersetzung mit der Frage, wie Körper jen­seits tra­di­tio­nel­ler Kategorien neu gedacht wer­den kön­nen. Indem sie Fragilität, Fluidität und Transformation in den Mittelpunkt stellt, lädt Konečná die Betrachtenden dazu ein, den Körper als ein offe­nes System zu ver­ste­hen – als etwas, das sei­ne Grenzen stän­dig neu aus­han­delt und sei­ne Form fort­wäh­rend neu definiert.

Eliška Konečná ist eine tsche­chi­sche Künstlerin, die tra­di­tio­nel­le Handarbeit mit zeit­ge­nös­si­scher Kunst ver­bin­det. Nach ihrem Malereistudium in Prag ent­wi­ckel­te sie wäh­rend eines Aufenthalts in Den Haag ihre cha­rak­te­ris­ti­sche Technik: bestick­te und aus­ge­stopf­te Textilbilder mit reli­ef­ar­ti­ger, hap­ti­scher Oberfläche.

Bild: @ M. Moser