21. Mai 2026

Dissident Bodies / FOKUS: HUGO DE ALMEIDA PINHO

Wir haben Kuratorin Sara Castelo Branco gefragt, ob sie uns einen Einblick in die aus­ge­wähl­ten Arbeiten zur aktu­el­len Ausstellung Dissident Bodies geben kann:

Teil 3 / HUGO DE ALMEIDA PINHO Diese Arbeit basiert auf Recherchen in euro­päi­schen medi­zi­ni­schen Museen. Sie unter­sucht kri­tisch die Grenze zwi­schen Wissen und Gewalt und fragt danach, wie wis­sen­schaft­li­che Praktiken unter dem Anspruch, Erkenntnis zu schaf­fen, zugleich Schaden ver­ur­sa­chen konnten.

Durch die erneu­te Auseinandersetzung mit den Bildern und Ausstellungen ana­to­mi­scher und patho­lo­gi­scher Museen hin­ter­fragt die Arbeit, war­um bestimm­te Körper unter­sucht, klas­si­fi­ziert und aus­ge­stellt wur­den. Sie ver­deut­licht, dass die­se Institutionen nicht ein­fach neu­tra­les Wissen prä­sen­tier­ten, son­dern aktiv Vorstellungen dar­über mit­präg­ten, wel­che Körper als „nor­mal“ gal­ten und wel­che als anders oder „fremd“ betrach­tet wurden.

Durch die­se Reflexion lädt die Arbeit die Betrachter:innen dazu ein, über die his­to­ri­sche Rolle der Medizin bei der Definition und Kontrolle von Körpern nach­zu­den­ken. Sie zeigt, wie Wissenssysteme zur Entstehung von Hierarchien und Formen der Ausgrenzung bei­getra­gen haben. Das Projekt bekräf­tigt die Idee, dass der Körper weder neu­tral noch fest­ge­legt ist, son­dern durch kul­tu­rel­le, wis­sen­schaft­li­che und poli­ti­sche Rahmenbedingungen kon­stru­iert wird.

Hugo de Almeida Pinho ist ein por­tu­gie­si­scher zeit­ge­nös­si­scher Künstler und Forscher. Er lebt und arbei­tet zwi­schen Portugal und Deutschland. Seine Arbeit bewegt sich zwi­schen bil­den­der Kunst, Medienkunst, Film, Performance und theo­re­ti­scher Forschung.

Bild: @ M. Moser