8. Mai 2026

Dissident Bodies / FOKUS: Kiluanji Kia Henda

Ausstellung: Dissident Bodies

Wir haben Kuratorin Sara Castelo Branco gefragt, ob sie uns einen Einblick in die aus­ge­wähl­ten Arbeiten zur aktu­el­len Ausstellung Dissident Bodies geben kann:

1. Teil / Kiluanji Kia Henda: Dieses Foto zeigt ein Porträt, das die gewalt­sa­men Prozesse sicht­bar macht, durch die Schwarze Körper zu Objekten der Zurschaustellung und Kontrolle gemacht wurden.

Objet Trouvé ist eine Serie aus sechs Porträts, die in einem ver­las­se­nen Bereich hin­ter einem Hotel in Luanda auf­ge­nom­men wur­den. In die­sen Bildern wer­den gefun­de­ne Gegenstände vor das Gesicht des Mannes gehal­ten, wodurch sei­ne Identität ver­bor­gen und die Aufmerksamkeit von sei­ner Person abge­lenkt wird. Diese Objekte ver­de­cken den Blick der Betrachter:innen jedoch nicht nur – sie ver­wei­sen zugleich auf eine Geschichte der Gewalt, in der der Schwarze Mann immer wie­der zum Objekt gemacht wird: durch Arbeit, Kolonialismus und sogar durch die Fotografie selbst. Die Gegenstände wir­ken fremd­ar­tig und sym­bo­lisch und ver­wan­deln all­täg­li­che Dinge in kraft­vol­le Bilder, die unse­re Wahrnehmung von Identität, Körper und Repräsentation hinterfragen.

Im Zusammenhang mit dem Fokus der Ausstellung auf post­hu­ma­ne Verkörperung zeigt die Arbeit, dass der Körper nicht auto­nom ist, son­dern durch Systeme wie Arbeit, kolo­nia­le Geschichte und visu­el­le Repräsentation kon­stru­iert wird.

Kiluanji Kia Henda (*1979, Luanda) beschäf­tigt sich in sei­nen Arbeiten mit Geschichte, Kolonialismus, Krieg und Identität in Angola. Durch die Verbindung von doku­men­ta­ri­schen Elementen, Inszenierung und Humor ent­wirft er neue Perspektiven auf post­ko­lo­nia­le Gesellschaften und ihre Zukunft. Kia Henda arbei­tet medi­en­über­grei­fend mit Fotografie, Installation und Performance und ver­steht sei­ne Praxis als kon­zep­tu­el­le Kunst, bei der die Idee im Mittelpunkt steht.