Wir haben Kuratorin Sara Castelo Branco gefragt, ob sie uns einen Einblick in die ausgewählten Arbeiten zur aktuellen Ausstellung Dissident Bodies geben kann:
Teil 6 / Lito Kattou
Die Arbeiten von Lito Kattou erforschen den Körper als hybride und spekulative Form, die sich zwischen dem Menschlichen, dem Technologischen und dem Mythologischen bewegt. Durch Skulpturen und Installationen erschafft sie Figuren, die scheinbar alternativen Realitäten angehören – Räumen, in denen Identitäten fluide sind und sich ständig verändern.
Kattous Werke verbinden häufig industrielle Materialien mit symbolischen oder organischen Bezügen und schaffen so Körper, die zugleich archaisch und futuristisch wirken. Diese Formen deuten auf Transformation und Anpassung hin, als würden sie sich als Reaktion auf neue Umgebungen oder Bedingungen weiterentwickeln. Die Präsenz metallischer Oberflächen, fragmentierter Strukturen und stilisierter Gesten erzeugt eine posthumane Ästhetik, in der der Körper über seine traditionellen Grenzen hinaus neu gedacht wird.
Anstatt stabile Identitäten darzustellen, erscheinen ihre Figuren als Avatare oder Vermittlerwesen – Existenzen zwischen verschiedenen Welten, die Spuren von Geschichte, Fiktion und Technologie in sich tragen. Diese Ambivalenz hinterfragt feste Kategorien wie menschlich und nicht-menschlich, natürlich und künstlich und eröffnet Raum für komplexere und vielschichtigere Vorstellungen von Verkörperung und Identität.
Lito Kattou lebt und arbeitet in Athen. Nach ihrem Studium an der Athens School of Fine Arts und dem Royal College of Art in London entwickelte sie eine künstlerische Praxis, die Skulptur, Installation und digitale Verfahren miteinander verbindet. In ihren Arbeiten untersucht sie hybride Körper, spekulative Identitäten und die Wechselbeziehungen zwischen Mensch, Technologie und Umwelt.
Lito Kattou – Body VII © Michael Moser
