18.9. – 22.11.26

Carolina Pérez Pallares: Die Flut aus meiner Hand

Ausstellung

Foto: the rest © Carolina Pérez Pallares

Eröffnung  18.09.2026, 19 Uhr

Ausstellungsdauer  18.9. – 22.11.26

Künstler:innen  Carolina Pérez Palllares

Kuratiert von  Constanze Müller

Die Arbeitsweise der Leipziger Künstlerin Carolina Pérez Pallares ver­folgt eine künst­le­ri­sche Praxis, die Malerei nicht als abge­schlos­se­nes Medium ver­steht, son­dern als offe­nes System des Denkens, Wahrnehmens und Handelns. Ausgehend von einem erwei­ter­ten Malereibegriff löst sie Farbe, Material und Geste aus ihrer tra­di­tio­nel­len Bindung an die Leinwand und über­führt sie in raum­grei­fen­de Installationen, Performances und fra­gi­le Anordnungen, in denen sich Objekte, Spuren und Handlungen zu pro­zess­haf­ten Konstellationen verdichten.

Carolina Pérez Pallares wur­de 1980 in Quito (Ecuador) gebo­ren und lebt und arbei­tet in Leipzig. Sie ist Absolventin der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe und Meisterschülerin von Prof. Marijke van Warmerdam. Ihre Arbeiten wur­den inter­na­tio­nal in Einzelausstellungen (MAC Museo de Arte Contemporáneo de Chile, Museo de Arte Contemporáneo in Quito, Ecuador, Kunstraum V8 Plattform in Karlsruhe, Cité Internationale des Arts in Paris, Galerie der Stadt Sindelfingen u.a.) sowie in Gruppenausstellungen gezeigt. In den Arbeiten tre­ten Gips, Papier, Holz, Stoff, Pigment oder gefun­de­ne Materialien in einen Dialog mit male­ri­schen Setzungen und per­for­ma­ti­ven Gesten. Nichts erscheint end­gül­tig fixiert; viel­mehr ver­mit­teln die Installationen den Eindruck, als befän­den sie sich in einem Zustand per­ma­nen­ter Möglichkeit. Farbe ist dabei nie­mals bloß Oberfläche. Sie wird zu einem eigen­stän­di­gen Akteur, der Räume struk­tu­riert, Bewegungen lenkt und Beziehungen zwi­schen den Elementen herstellt.

In ihrer aktu­el­len Einzelausstellung im D21 Kunstraum setzt sich Carolina Pérez Pallares sub­jek­tiv und auto­bio­gra­fisch mit dem Jahresthema „ALIEN“ aus­ein­an­der. In den neu ent­stan­de­nen Arbeiten, die die Künstlerin in Auseinandersetzung mit dem Raum instal­liert, beschäf­tigt sie sich mit dem Verhältnis von Farbe, Prozess und Raum sowie mit Intermedialität, Materialität und der Rolle der Betrachtenden-Positionen. Ausgehend von ihrer eige­nen Biografie beschäf­tigt sie dabei ins­be­son­de­re der per­for­ma­ti­ve Kontext des Alltäglichen, des Öffentlichen und Privaten, die Darstellung von Fremdheit, das Verhältnis von Ankommen und Weggehen sowie der Einfluss kul­tu­rel­ler Codes auf das sub­jek­ti­ve Erleben von Migration.

Um die­se Grenz- und Fremdheitserfahrungen im Raum wahr­nehm­bar zu machen, über­führt sie die Räume des D21 Kunstraum in eine sub­jek­ti­ve Erzählung aus Farben, Formen, Materialien und ihre Haptik. Dafür wird sie aus Foto-Übermalungen, Wandmalereien, Videos und skulp­tu­ra­len Strukturen, eine groß­for­ma­ti­ge Raum-Collage kom­po­nie­ren, die den D21 Kunstraum in einem als Gesamtwerk zu ver­ste­hen­de Installation über­führt, die ihre Verbindung zu ver­schie­de­nen Orten genau­so wahr­nehm­bar wer­den lässt, wie Zeitlichkeiten und Emotionen ihrer eige­nen Biografie und Erfahrung. Die Struktur der Räumlichkeiten kann dabei lei­tend sein. Die Offenheit von Carolina Pérez Pallares Arbeiten las­sen jedoch nur weni­ge Festlegungen zu.

Über ver­schie­de­ne Zustände, Atmosphären, Ebenen und Proportionen ent­wi­ckelt sich die Ausstellung zu einer begeh­ba­ren Metapher, zu einem Erkundungsraum, in dem man die künst­le­ri­sche Auseinandersetzung mit Fremdheits- und Grenzerfahrungen, Fragen nach Identität und gesell­schaft­li­cher Rolle, aber auch nach Zuschreibungen, Nationalitätsdebatten und Zugehörigkeitsdiskursen ver­tie­fen kann.

„Mich treibt der Moment an, in dem sich Wahrnehmung und Imagination durch­drin­gen und in dem das Gesehene neu ver­ge­gen­wär­tigt wird. Kunst bedeu­tet für mich nicht nur eine Herstellung von Wirklichkeit, son­dern viel mehr eine für sich auto­no­me Realität, die, wenn sie da ist, unent­behr­lich in unser Bewusstsein eindringt.“

Mit dem Format D21/Solo ermög­licht der D21 eine Einzelausstellung in inten­si­ver Auseinandersetzung mit dem Jahresthema sowie die gemein­sa­me Entwicklung eines Katalogs.

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