12.1. – 15.2.26

Kuration junge, lokale Foto-Künstler:innen zum f/stop – Festival für Fotografie Leipzig 2027

Der D21 Kunstraum ver­steht sich als Plattform und Experimentierfeld für loka­le und inter­na­tio­na­le Künstler:innen. Das f/stop – Festival für Fotografie Leipzig ist ein regio­nal, natio­nal und inter­na­tio­nal aus­ge­rich­te­tes Festival für Fotografie, das nicht nur eine dis­kur­si­ve Herangehensweise pflegt, son­dern auch Gegensätze ver­bin­det: Ost und West, lokal und inter­na­tio­nal, fach­spe­zi­fisch und ziel­grup­pen­weit, den Prozess beto­nend, aber auch Thesen in den Raum stel­lend und damit den Kern wie auch die Grenzen des Mediums befragt.
wei­te­re Infos

Im Rahmen des Themas ALIEN sucht das f/stop – Festival für Fotografie Leipzig Kurator:innen, die sich in ihrem Ausstellungskonzept mit die­sem Thema anhand jun­ger, ost­deut­scher Fotograf:innen kura­to­risch auseinandersetzen.
Das Alien taucht in ver­schie­de­nen Kunst- und Kulturformen wie Theater, Games, Bildender Kunst und Literatur auf und ist stark mit Identitätsdebatten, wie auch mit Debatten um Empowerment ver­knüpft. Das Jahresthema des D21 han­delt von der Idee des „Aliens“ als Bild für das „Fremde“, aber auch der Alienation, des Befremdenden im (ver­meint­lich) Eigenen.

Was ist das eigent­lich, ein:e Alien? Im Englischen wird die Doppeldeutigkeit des Begriffs als „fremd, anders“ beson­ders deut­lich: Als „Aliens“ wer­den Personen gese­hen, die nicht Bürger:innen oder Staatsangehörige des Landes sind, das sich dar­in abgrenzt: Citizens vs. Aliens. Der Begriff „Alien” meint hier also vor allem die (von uns) Fremden. Das Alien, wie wir es aus dem Science-Fiction-Film ken­nen, braucht den Zusatz „extra­ter­restri­al life“ oder „ali­en life“. Der Begriff „ali­en­ated“ über­setzt sich aus dem Englischen hin­ge­gen am bes­ten mit „ent­frem­det“ und beschreibt sehr genau, wie vie­le Personen in mar­gi­na­li­sier­ten Communities ihre Rolle in einer sexis­ti­schen, anti­fe­mi­nis­ti­schen, homo­pho­ben, ras­sis­tisch oder anti­se­mi­tisch dis­kri­mi­nie­ren­den Gesellschaft selbst beschrei­ben. Das Alien wird daher schon seit den 1960er Jahren in quee­ren Theorien ins­be­son­de­re von LGBTQIA*, PoC und Schwarzen Menschen als Allegorie für das Gefühl genutzt, ent­frem­det und sepa­riert von einer hete­ro­nor­ma­ti­ven Gesellschaft wei­ßer Vorherrschaft zu sein. Aspekte der Allegorie „Alien“ zei­gen sich als Fremd- und Selbstbezeichnung, Kampfbegriff, ermäch­ti­gen­der Aneignung und Strukturkritik auf.

Leider nei­gen Menschen dazu, Empathie nur für den engs­ten, ähn­lichs­ten Kreis zu emp­fin­den und ver­meint­lich Fremdes abzu­leh­nen. Wir alle othern, ver­glei­chen uns mit ande­ren und distan­zie­ren uns, basie­rend auf der Vorstellung, dass Menschen und Gesellschaften sich durch Lebensform, Kultur oder ande­re Merkmale von der eige­nen sozia­len Gruppe erheb­lich unter­schei­den. Dies ist eine Alienation, die in der Mitte der Gesellschaft statt­fin­det, sei es wegen des Geschlechts, der sexu­el­len Orientierung, der Religionszugehörigkeit, der eth­ni­schen Zugehörigkeit, der Nationalität, der sozia­len Stellung inner­halb einer Gesellschaft, oder auch wegen ver­meint­li­cher bio­lo­gi­scher Unterscheidungskriterien zwi­schen Menschen. Menschen bestimm­ter Hautfarben und Identitäten wer­den unsicht­bar gemacht oder beson­ders expo­niert durch Bias, die anfäl­lig machen für Gewalt durch Rassismus und Antisemitismus, Ausgrenzung und Gewaltverbrechen.

Das kon­kre­te Ausstellungskonzept wird in einem mode­rier­ten Prozess nach der Auswahl der Kuration ent­wi­ckelt. Wichtig sind dem f/stop Leitungsteam Offenheit und Kooperationsbereitschaft sowie die Neugier auf das Arbeiten in einem mode­rier­ten Prozess und einem Team mit ande­ren Kurator:innen. Das f/stop Leitungsteam legt außer­dem Wert auf eine gute Kenntnis der jun­gen Fotoszene in Ostdeutschland mit einem Blick für das wei­te Spektrum der Fotografie. Das ent­wi­ckel­te Konzept soll im Rahmen eines Budgets von max. 25.000€ lie­gen. Die Umsetzung der Ausstellung erfolgt gemein­sam mit dem f/stop Team und wird an einem noch zu bestim­men­den Festivalort im Stadtgebiet Leipzigs ausgestellt.

Bewerbungsunterlagen
1. Kuratorisches Portfolio mit fol­gen­den Angaben:
• Beschreibung der eige­nen Praxis (1 A4-Seite)
• Vorstellung exem­pla­ri­scher Ausstellungen/Projekte, in denen ein Bezug zur Ausschreibung erkenn­bar wird, inklu­si­ve Ausstellungsansichten, Künstler:innenliste, Budgetnennung
• CV

2. Motivationsschreiben für die ange­streb­te Kuration

Bitte alles in einem Gesamt-PDF (kei­ne Einzelseiten) sen­den (max. 10 Seiten; Datenvolumen max. 12MB) oder dau­er­haft nutz­ba­ren Downloadlink ver­wen­den; zeit­ba­sier­te Medien wie Video/Sound bit­te nur als Link zur Verfügung stellen.
Die Realisierung des Projektes erfolgt unter Vorbehalt einer Finanzierung. Die Einreichungen kön­nen auf Deutsch oder Englisch bis zum 15.02.2026 an office@d21-leipzig.de gesen­det wer­den. Die Auswahl trifft das f/stop Leitungsteam.