Wir haben Kuratorin Sara Castelo Branco gefragt, ob sie uns einen Einblick in die ausgewählten Arbeiten zur aktuellen Ausstellung Dissident Bodies geben kann:
South Florida Sky, 2022
HD film, 7′23″
Teil 4 / LAILA MAJID & LOUIS BLUE NEWBY: Majid und Newby betrachten den Sumpf als einen chaotischen, kraftvollen Ort, an dem sich alles vermischt und ineinander übergeht. Er ist ein Raum voller Verbindungen und Austauschprozesse, in dem nichts dauerhaft getrennt oder festgelegt bleibt. Der Sumpf stellt die Vorstellung einer stabilen, unveränderlichen Identität grundlegend infrage – also dieser Art von Identität, die heute oft idealisiert oder als erstrebenswert dargestellt wird.
Ausgehend von der bekannten Comicfigur„Swamp Thing“ aus dem Universum von DC Comics, die maßgeblich von Alan Moore geprägt wurde – einer Art ökologischen Superhelden, einer jahrhundertealten Pflanze, die Erinnerungen und Gefühle eines Menschen in sich trägt –, nutzen Majid und Newby „Swamp Thing“ als Mittel, um Identität aufzubrechen und neu zu denken. Für sie fungiert die Figur als ein „Gefäß der Desidentifikation“: Sie eignet sich eine bekannte kulturelle Ikone an und deutet deren Bedeutung neu, sodass Raum für queere oder marginalisierte Identitäten entsteht und diese sichtbar sowie anerkannt werden können. Der Film wurde auf 16-mm-Film aufgenommen, entstand aber zugleich durch digitale Produktionsverfahren.
© Dissident Bodies / FOKUS:Laila Majid & Louis Blue Newby – South Florida Sky (2022)
