Als ersten Teil des Rahmenprogramms zeigten Juliane Jaschnow und Stefanie Schroeder ihre drei gemeinsamen Filme. Beide Künstlerinnen lernten sich bei 2014 bei der Masterclass des Werkleitz Festivals kennen.
Im anschließenden Gespräch erzählten sie wie es zu der Zusammenarbeit und der Themensetzung kam, über Legida und Dunkeldeutschland, den Shitstorm und die Übertragung auf Wetterphänomene. In allen drei Filmen geht es um eine Auseinandersetzung mit der Region Ostdeutschland, seien es die ORWO-Filmfabrik ([ˈdʊŋkl̩ˌdɔɪ̯ʧlant]), die Suche nach einem Endlager für atomaren Müll oder die Hagelschutzkanonen mit denen in Leisnig auf dem Himmel geschossen wird. In realen Gegebenheiten finden sie Metaphern für die Frage, wie gehen wir als Gesellschaft mit vermeidlichen Problemen um.
„Wo tobt der Sturm? Draußen oder entsteht er drinnen, im Internet oder deutschen Wohnzimmer?“
Für den Film Die Wirkung des Geschützes auf Gewitterwolken waren Juliane Jaschnow und Stefanie Schroeder im Max-Planck-Institut und haben dort zusammen mit Mitarbeitern den Flug der Vögel in einem künstlichen Windkanal untersucht. Im Film betrachten wir einen Wellensittich bei im Windkanal. In den beiden anderen Filmen taucht das Bild des Wellensittichs ebenfalls auf – als leuchtende Überlebende einer postatomaren Krise und als Pittiplatsch Imitator. Für alle, die ihn nicht kennen: Pittiplatsch ist ein kleiner, koboldartiger Wicht, der in den 1960er-Jahren erstmals im DDR-Kinderfernsehen auftrat und für seine hohe Stimme bekannt war.
Nur knapp zwei Wochen später präsentierten Juliane Jaschnow und Constanze Müller den Katalog zur Ausstellung. Die Publikation ist Teil des D21/Solo und wurde zusammen mit der Künstlerin erstellt. Sie gibt detaillierte Einblicke in Jaschnows umfangreiche Recherche zum Themenkomplex der Ausstellung. Gegen eine Spende ist der Katalog im Kunstraum zu erwerben.

