12. Dezember 2025

Von Wellensittichen und Hagelschutzkanonen – Das Rahmenprogramm zur Ausstellung „Anstiftung zur Vorspiegelung wahrer Tatsachen“

Ausstellung: Anstiftung zur Vorspiegelung wahrer Tatsachen

Als ers­ten Teil des Rahmenprogramms zeig­ten Juliane Jaschnow und Stefanie Schroeder ihre drei gemein­sa­men Filme. Beide Künstlerinnen lern­ten sich bei 2014 bei der Masterclass des Werkleitz Festivals kennen.

Im anschlie­ßen­den Gespräch erzähl­ten sie wie es zu der Zusammenarbeit und der Themensetzung kam, über Legida und Dunkeldeutschland, den Shitstorm und die Übertragung auf Wetterphänomene. In allen drei Filmen geht es um eine Auseinandersetzung mit der Region Ostdeutschland, sei­en es die ORWO-Filmfabrik ([ˈdʊŋkl̩ˌdɔɪ̯ʧlant]), die Suche nach einem Endlager für ato­ma­ren Müll oder die Hagelschutzkanonen mit denen in Leisnig auf dem Himmel geschos­sen wird. In rea­len Gegebenheiten fin­den sie Metaphern für die Frage, wie gehen wir als Gesellschaft mit ver­meid­li­chen Problemen um.

„Wo tobt der Sturm? Draußen oder ent­steht er drin­nen, im Internet oder deut­schen Wohnzimmer?“

Für den Film Die Wirkung des Geschützes auf Gewitterwolken waren Juliane Jaschnow und Stefanie Schroeder im Max-Planck-Institut und haben dort zusam­men mit Mitarbeitern den Flug der Vögel in einem künst­li­chen Windkanal unter­sucht. Im Film betrach­ten wir einen Wellensittich bei im Windkanal. In den bei­den ande­ren Filmen taucht das Bild des Wellensittichs eben­falls auf – als leuch­ten­de Überlebende einer post­ato­ma­ren Krise und als Pittiplatsch Imitator. Für alle, die ihn nicht ken­nen: Pittiplatsch ist ein klei­ner, kobold­ar­ti­ger Wicht, der in den 1960er-Jahren erst­mals im DDR-Kinderfernsehen auf­trat und für sei­ne hohe Stimme bekannt war.

Nur knapp zwei Wochen spä­ter prä­sen­tier­ten Juliane Jaschnow und Constanze Müller den Katalog zur Ausstellung. Die Publikation ist Teil des D21/Solo und wur­de zusam­men mit der Künstlerin erstellt. Sie gibt detail­lier­te Einblicke in Jaschnows umfang­rei­che Recherche zum Themenkomplex der Ausstellung. Gegen eine Spende ist der Katalog im Kunstraum zu erwerben.