Screening
Film-Trilogie von Juliane Jaschnow & Stefanie Schroeder
- [ˈdʊŋkl̩ˌdɔɪ̯ʧlant] (2015, 13 min)In Westdeutschland war „Dunkeldeutschland“ ein spöttischer Begriff für reaktionäre Regionen des Landes. Heute wird er meist auf das Gebiet der ehemaligen DDR angewandt, das versucht, sein Image zu verändern: Fabriken und Schornsteine verschwinden, Wellnesszentren entstehen, Schafe grasen unter Solarpanels. Doch die jüngere Vergangenheit liegt dicht unter der neuen Oberfläche. Auf einer Geisterbahnfahrt durch die ehemalige Industrieregion der DDR rund um Halle/Bitterfeld versucht die stolpernde, subjektive Kamera der aus Dunkeldeutschland stammenden Filmemacherin, die richtige Distanz zu finden. Ausgangspunkt der Reise ist die ehemalige ORWO-Filmfabrik, in der einst Menschen in völliger Dunkelheit arbeiteten.
- Die Wirkung des Geschützes auf Gewitterwolken
(2017, 30 min)
Wellen, Stürme und Tornados rollen auf uns zu – das wissen alle: die Wettermoderator:innen, YouTube und Games-Entwickler. Das Klimaszenario wird zu heißer Luft, Daten schwappen überall hin, Shitstorms oder Flüchtlingswellen. Sprache, Metaphern und Bilder sind Instrumente der Kontrolle. Sie dienen dazu, Angst zu vertreiben – und zu erzeugen. Wie funktioniert das Bild als Dokument, als Fiktion, Trophäe, Gegenangriff? Wie nah sind Manipulation und Vorhersage beieinander? Ist das Wetter überhaupt noch real?
- Endlager (2025, 17 min)
Die Zukunft prekärer Hinterlassenschaften der Menschheit wird im Rahmen einer endlosen Onlinekonferenz mit 126 Teilnehmer*innen aus der Zivilgesellschaft entlang von Standortfragen diskutiert. Alle Expert*innen sind sich einig: „Geologie ist stabiler, verlässlicher und vorhersehbarer als politische Systeme und Gesellschaften“. Ein Friedensdampfer kreuzt durch die Moselweinberge, am NATO-Atomwaffenstützpunkt vorbei. Die letzte und die vorletzte Generation begegnen sich nicht. Eine zum stereoskopischen Prä-Cyborg umgestaltete Gottesanbeterin schaut in eine verschobene Vergangenheit. Am Niederrhein wird ein ausrangierter Atommeiler zum All-Inclusive-Freizeitpark. Es gibt in Deutschland noch kein Endlager für hochradioaktive Abfälle. Doch „die sicherheitsrelevanten Informationen für die Nachwelt sollten für 1 Million Jahre auf verschiedenen Speichermedien vorgehalten werden“.
Mit Stefanie Schroeder & Juliane Jaschnow und mit anschließendem moderiertem Gespräch
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