So, 2.11.25

Filmscreening

Auftakt

Künstler:innen  Juliane Jaschnow

Zeit  17:00

Kuratiert durch  Constanze Müller

Screening
Film-Trilogie von Juliane Jaschnow & Stefanie Schroeder

  • [ˈdʊŋkl̩ˌdɔɪ̯ʧlant] (2015, 13 min)In Westdeutschland war „Dunkeldeutschland“ ein spöt­ti­scher Begriff für reak­tio­nä­re Regionen des Landes. Heute wird er meist auf das Gebiet der ehe­ma­li­gen DDR ange­wandt, das ver­sucht, sein Image zu ver­än­dern: Fabriken und Schornsteine ver­schwin­den, Wellnesszentren ent­ste­hen, Schafe gra­sen unter Solarpanels. Doch die jün­ge­re Vergangenheit liegt dicht unter der neu­en Oberfläche. Auf einer Geisterbahnfahrt durch die ehe­ma­li­ge Industrieregion der DDR rund um Halle/Bitterfeld ver­sucht die stol­pern­de, sub­jek­ti­ve Kamera der aus Dunkeldeutschland stam­men­den Filmemacherin, die rich­ti­ge Distanz zu fin­den. Ausgangspunkt der Reise ist die ehe­ma­li­ge ORWO-Filmfabrik, in der einst Menschen in völ­li­ger Dunkelheit arbeiteten.

 

  • Die Wirkung des Geschützes auf Gewitterwolken
    (2017, 30 min)
    Wellen, Stürme und Tornados rol­len auf uns zu – das wis­sen alle: die Wettermoderator:innen, YouTube und Games-Entwickler. Das Klimaszenario wird zu hei­ßer Luft, Daten schwap­pen über­all hin, Shitstorms oder Flüchtlingswellen. Sprache, Metaphern und Bilder sind Instrumente der Kontrolle. Sie die­nen dazu, Angst zu ver­trei­ben – und zu erzeu­gen. Wie funk­tio­niert das Bild als Dokument, als Fiktion, Trophäe, Gegenangriff? Wie nah sind Manipulation und Vorhersage bei­ein­an­der? Ist das Wetter über­haupt noch real?

 

  • Endlager (2025, 17 min)
    Die Zukunft pre­kä­rer Hinterlassenschaften der Menschheit wird im Rahmen einer end­lo­sen Onlinekonferenz mit 126 Teilnehmer*innen aus der Zivilgesellschaft ent­lang von Standortfragen dis­ku­tiert. Alle Expert*innen sind sich einig: „Geologie ist sta­bi­ler, ver­läss­li­cher und vor­her­seh­ba­rer als poli­ti­sche Systeme und Gesellschaften“. Ein Friedensdampfer kreuzt durch die Moselweinberge, am NATO-Atomwaffenstützpunkt vor­bei. Die letz­te und die vor­letz­te Generation begeg­nen sich nicht. Eine zum ste­reo­sko­pi­schen Prä-Cyborg umge­stal­te­te Gottesanbeterin schaut in eine ver­scho­be­ne Vergangenheit. Am Niederrhein wird ein aus­ran­gier­ter Atommeiler zum All-Inclusive-Freizeitpark. Es gibt in Deutschland noch kein Endlager für hoch­ra­dio­ak­ti­ve Abfälle. Doch „die sicher­heits­re­le­van­ten Informationen für die Nachwelt soll­ten für 1 Million Jahre auf ver­schie­de­nen Speichermedien vor­ge­hal­ten werden“.

 

Mit Stefanie Schroeder & Juliane Jaschnow und mit anschlie­ßen­dem mode­rier­tem Gespräch

Gefördert durch

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