So, 14.12.25

Finissage: Anstiftung zur Vorspiegelung wahrer Tatsachen

Auftakt

Künstler:innen  Juliane Jaschnow

Zeit  16:00

Kuratiert durch  Constanze Müller

Lesung mit Irina Rastorgueva und Führung durch die Ausstellung

Während inner­halb Russlands das Verbot kri­ti­scher Medien und die Gleichschaltung der verstaatlichten
Sender eine gera­de­zu kari­ka­tur­haf­te Erzählung über tra­di­tio­nel­le Werte und die Notwendigkeit der »Militärischen Spezialoperation« her­vor­brin­gen, füh­ren sorg­fäl­tig geplan­te Aktionen im Rest der Welt zur Destabilisierung demo­kra­ti­scher Gesellschaften. Putins Propagandamaschine erzeugt ein toxi­sches Amalgam reli­giö­ser, pseu­do­wis­sen­schaft­li­cher und natio­na­lis­ti­scher Ideen, bedient sich der Esoterik und einer auf Wortneuschöpfungen basie­ren­den Sprache – und zielt mit der Bildkultur der sozia­len Medien nicht mehr nur auf den Intellekt, son­dern rück­halt­los auf Emotionen und die nie­ders­ten Instinkte.

In unver­wech­sel­ba­rem Ton, so prä­zi­se wie iro­nisch, zeigt Irina Rastorgueva in einer Montage aus Zeitungsfundstücken und unab­hän­gi­gen Berichten, aus der eige­nen Erfahrung genau­so wie aus der Analyse kreml­kri­ti­scher und russ­land­treu­er Autoren und Medien das Wirken der rus­si­schen Propaganda als Mittel der Selbstvergiftung eines gan­zen Landes.

Irina Rastorgueva, 1983 in Juschno-Sachalinsk gebo­ren, stu­dier­te Philologie an der Staatlichen Universität Sachalin und arbei­te­te als Kulturjournalistin für meh­re­re rus­si­sche Zeitschriften und Radiosender. Seit 2017 lebt sie als freie Autorin und Grafikerin in Berlin; sie schreibt u. a. für die Berliner Zeitung, die FAZ, die NZZ und das Magazin Osteuropa. 2022 erschien Das Russlandsimulakrum. Für Pop-up Propaganda hat sie die­ses Jahr den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch erhalten.

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