WHAT LEAVES & WHAT LIVES
WAS BLEIBT & WAS VERSCHWINDET
Die vielfältigen Vergangenheiten einer armenischen Schule in Istanbul
Das CSN Lab und der D21 Kunstraum Leipzig laden herzlich zur Buchpräsentation und zum öffentlichen Gespräch von Address: Balat Orphanage im Rahmen der Leipziger Buchmesse ein.
Die Veranstaltung stellt eine Zusammenarbeit zwischen dem CSN Lab und dem Exzellenzcluster „Temporal Communities“ an der Freien Universität Berlin vor. Aus dieser Kooperation sind zwei Bände hervorgegangen – Address: Balat Orphanage und Berlin Dialogues. Beide Publikationen verbinden Archivforschung und Literatur, um die komplexen Zusammenhänge von Krieg, Konflikt und Grenzen aus den Perspektiven von Erinnerung, Migration und Räumlichkeit zu untersuchen.
Im Rahmen der Veranstaltung findet ein Gespräch mit den Autoren Tigran Amiryan und Arsen Abrahamyan (CSN Lab) statt. Moderiert wird das Gespräch von der Mitherausgeberin Barbara Bausch (Freie Universität Berlin).
Address: Balat Orphanage ist aus der langjährigen Forschung des CSN Lab zu den Archiven der armenischen Khorenyan-Schule im Istanbuler Stadtteil Balat hervorgegangen. Die Archive wurden von der Hrant-Dink-Stiftung und der Balat-Stiftung digitalisiert und katalogisiert und bilden die Grundlage für eine interdisziplinäre Studie, die Archivarbeit, Erinnerungsforschung und räumliche Analyse miteinander verbindet. Das Buch zeichnet nahezu zwei Jahrhunderte der Transformation der Khorenyan-Schule und des Waisenhauses nach – eines Ortes der Fürsorge, der eine zentrale Rolle in der armenischen Gemeinschaft Istanbuls spielte und Ende der 1970er Jahre geschlossen wurde.
Die Archive reichen von der späten osmanischen Zeit bis in die frühe Türkische Republik und machen die verwobenen Geschichten armenischer, jüdischer und griechischer Gemeinschaften sichtbar. Sie dokumentieren politische und gesellschaftliche Veränderungen, die gemeinsame städtische Räume und kollektive Erinnerung geprägt haben.
Indem die Publikation die miteinander verflochtenen Prozesse von Erinnern und Vergessen untersucht, eröffnet sie Einblicke in ein umfangreiches, bisher unveröffentlichtes Archivmaterial, das das Leben vor, während und nach dem Armenischen Genozid dokumentiert.




