Im Rahmen seines Jahresthemas setzte sich der D21 Kunstraum in einem vielschichtigen Ausstellungsprogramm mit aktuellen Fragen von Macht, Ideologie und gesellschaftlicher Verantwortung auseinander. Ausgehend von politischen, medialen und ökologischen Umbrüchen verstehen wir Macht als ein relationales, historisch gewachsenes und medial vermitteltes Gefüge, das sich in Alltag, Wahrnehmung und künstlerischer Praxis manifestiert.
Den Auftakt zu ÜBERMACHT / CONCERNING POWER bildete die Ausstellung „Teleconnections“ kuratiert von Sybille Neumeyer, die globale Zusammenhänge zwischen Klima, Medien und Politik in den Fokus rückte und technologische Narrative als wirksame Instrumente der Macht analysierte. „Können und Erfolg“ von Josephine Jatzlau füllte den ersten f/stop – Fotomonat. Mit einem fotografischen Archiv eröffnete sie neue Perspektiven auf Erinnerung, Identifikation und das Unterlaufen hegemonialer Bildproduktionen. Die Gruppenausstellung „Disruptive Structures“ mit Sharon Paz, Luise Schröder, Christina Werner und Anna Scherbyna versammelte vier künstlerische Positionen, die anhand historischer wie aktueller Ereignisse politische und gesellschaftliche Machtverhältnisse verhandelten. Den Abschluss des Jahresprogramms bildete die Einzelausstellung „Anstiftung zur Vorspiegelung wahrer Tatsachen“ von Juliane Jaschnow, die sich mit der Macht visueller Narrative sowie der Instrumentalisierung von Bildern und kollektiver Erinnerung im Kontext des gegenwärtigen Russlands auseinandersetzte.
Mit dem Jahresprogramm haben wir hoffentlich einen gemeinsamen Rahmen für Austausch und Auseinandersetzung geschaffen, in dem künstlerische Positionen unterschiedliche Perspektiven auf Machtverhältnisse eröffneten und zuließen. Die Ausstellungen verstanden Macht dabei nicht als statische Größe, sondern als ein dynamisches Verhältnis, das in gesellschaftlichen, medialen und künstlerischen Prozessen immer wieder neu verhandelt wird.
Wir danken allen beteiligten Künstler:innen, Kurator:innen, dem Auf/Abbau-Team und den vielen Volunteers, die die Aufsichten und den Austausch mit Besucher:innen ermöglichen. Unser Dank gilt auch unserem Kuratorium, dass uns inhaltlich bezüglich der Auswahl der Jahresthemen und der künstlerischen Projekte berät und begleitet.
Mit Beginn des neuen Jahres befassen wir uns intensiv mit dem Thema ALIEN.
Bildcredits: © Michael Moser, © Emilia Trog, © Juliane Jaschnow

