ORT II – Fotografieausstellung

mit Beiträgen von Axel Boronczyk, Pigenius Cave, Anna Dasovic, David Heitz, Iris Janke, Jens Klein, Albrecht Pischel, Wolfgang Scheppe, Jana Schulz, Niels Stomps

ausgewählt von Elmar Bambach, Jörg Koopmann und Birgit Vogel

Ausstellungsdauer: 12. Mai bis 10. Juni 2012

Eröffnung: Freitag, 11. Mai 2012, 19 Uhr

In einem Kooperationsprojekt präsentiert D21 Kunstraum Leipzig gemeinsam mit dem Kuratorenteam Birgit Vogel, Elmar Bambach (beide „Ein Magazin über Orte“, Berlin) und Jörg Koopmann (München) und dem Projektraum bautzner69 in Dresden die Ausstellung ORT II.

Orte, die Spuren hinterlassen haben, Orte im Umbruch, öffentliche und persönliche Orte. Diese Ausstellung setzt inhaltlich die Ausstellung ORT fort, die die Kuratoren 2010 für die Kunsthalle München entwickelt hatten. In einem Text von Johannes Muggenthaler zur damaligen Schau heißt es: „Der Ort existiert auch ohne Menschen, aber die Menschen gibt es nicht ohne Ort. Jeder Ort, den der Mensch erblickt, ist Menschenort. Stirbt der Mensch, ist der Ort wieder bei sich oder er wird weitergereicht, anderen, neuen Menschen ausgeliefert. Wir leben größtenteils in einer weitergereichten Welt, an weitergereichten Orten. Gewissermaßen bereits getragene, manchmal ausgediente oder überarbeitete Orte. Die Secondhandorte stehen in Konkurrenz mit den hektischen Neuformulierungen der Jetztzeit, mit dem, was hinzukommt.“ Die Ausstellungsreihe gibt einen Einblick, in welcher Weise mit dem Medium Fotografie diese Orte dargestellt und aus welcher Motivation heraus Orte überhaupt dokumentiert und festgehalten werden.

In der Ausstellung ORT II werden neun unterschiedliche fotografische Ansätze auf neun Tischen präsentiert. Die Bandbreite reicht von einer künstlerischen Auseinandersetzung mit Material aus privaten und staatlichen Archiven über dokumentarische Ansätze bis hin zur reinen Privatfotografie. Der Betrachter wird eingeladen, sich innerhalb dieses Experimentierfeldes vergleichend und untersuchend zu bewegen.

Die Ausstellung ORT II wird nach der Präsentation im D21 Kunstraum Leipzig vom 16. Juni bis 14. Juli 2012 (Eröffnung: Freitag, 15. Juni 2012, 20 Uhr) im Projektraum bautzner69 in Dresden gezeigt werden. Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Verlag Bücher & Hefte.

Kooperationspartner:

bautzner69,www.bautzner69.de

EIn Magazin über Orte, www.orte-magazin.de

Die Ausstellung wird gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und dem Kulturamt der Stadt Leipzig.

Oobliadooh

Matthew Barney, Klaus vom Bruch, Mirosław Filonik, Thomas Florschuetz, Dani Gal, Bernhard Härtter, Jenny Holzer, Wolf Kahlen, Michael Scheffer, Wols

1. April bis 29. April 2012

Eröffnung: Sonnabend, 31. März 2012, 19 Uhr

Wortreich ließe sich die Kluft leugnen, die zwischen Betrachter und dem Objekt der Kunst herrscht. Dabei ist Fremd-sein und Nicht-Verstehen Grundzug der Begegnung mit dem Neuen, Außergewöhnlichem und Randständigen. So wie der amerikanische Bebobber Dizzy Gillespie unerfüllbare Sehnsüchte in den Vers „I knew a wonderful princess in the land of Oobliadooh“ kleidete, tauchte diese Lautmalerei bei Fritz Rudolf Fries („Der Weg nach Oobliadooh“, 1966) für den Abschied vom (sozialistischen) Alltag seiner Leipziger Romanhelden wieder auf – für ihr Lotterleben zwischen Träumen, Lieben und Trinken.

Die Enge des Sagbaren zu überschreiten, sich der Floskeln zu enthalten, mitunter anstößig und obszön zu sein, ist – wenn überhaupt – fast nur im Künstlerischen toleriert. Dann aber doch eher, wenn es zum Skandal taugt, statt bescheiden und zweiflerisch daherzukommen. Die Kluft zwischen Werk und Betrachter mag größer werden, wenn die Objekte aus der unmittelbaren Zeitgenossenschaft herausfallen, wie verschlossene Zeitkapseln scheinen sie sich zusehends zu verschließen.

Grundgedanke der Ausstellung „Oobliadooh“, die eine Auswahl von zehn Werken aus der Sammlung der Galerie für Zeitgenössische Kunst (GfZK) Leipzig im D21 Kunstraum arrangiert, ist es, jene Distanz der Nicht-Kommunikation nicht zu leugnen, sondern die Spannung des Nichtsprachlichen zuzulassen. Sie ist eine Einladung, den Objekten mit eigenen Assoziationen, Annahmen und produktiven Irrtümern zu begegnen.

Die Ausstellung ist Teil des Projektes ›KUNST-KUNST. VON HIER AUS BETRACHTET‹ der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig (31. März bis 19. August 2012, Infos hier)

Gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und das Kulturamt der Stadt Leipzig

Window Display Show: Eriz Moreno – Projekt Beton

Foto: Michael Moser

3. bis 18. März 2012

Für den baskischen Künstler Eriz Moreno ist Fotografieren eine Form des 
Reisens. Mittels Fotografie erschließt er sich Städte und Landschaften. 
Für seine Publikation „London IV“ erkundete und fotografierte er 2010 
die Vorstädte Londons, indem er die Stadt mit öffentlichen Bussen 
umkreiste, dabei akribisch GPS-Koordinaten und Uhrzeit notierend. Die 
Publikation „Departures“ (2010) hält startende Flugzeuge fest.

In „Projekt Beton“ (2011) zeichnet Moreno Straßenabschnitte der 
stillgelegten Reichsautobahn Berlin-Königsberg (auch als Berlinka 
bezeichnet) im nördlichen Polen nach. In der Mitte der 1930er Jahre 
begonnen, wurde die Autobahn nie vollendet. Die Bauarbeiten waren bis 
zur heute in Polen gelegenen Stadt Barwice (früher: Bärwald) 
fortgeschritten, als nach Ende des 2. Weltkrieges und der daraus 
folgenden Verschiebung der deutsch-polnischen Grenze an die 
Oder-Neisse-Linie die Arbeiten eingestellt wurden.

Während einzelne Teile heute als Straßenabschnitte genutzt werden, 
wurden andere ungenutzt von der Natur zurückerobert. In Polen beginnt 
die Straße an der polnischen Autobahn A6 nahe der Deutschen Grenze bei 
Szczecin (früher: Stettin). Nachdem sie die Oder überquert, dreht sie 
leicht in nordöstliche Richtung ab. Über 8 km nördlich der 
Anschlussstelle der Landstraße 10 führt die A6 nach Norden, während die 
alte Autobahn ostwärts als Straße 142 abbiegt.

„Ich behandelte jeden Tag als eine Reise zur Autobahn“, sagt Moreno, 
„ihre Landschaft dabei betrachtend. In diesem Fall ist Fotografie eine 
Technik des sich Annäherns an die Ursprungsidee der Autobahn, als 
Demonstration der Landschaft für diejenigen, die auf ihr reisen – eine 
Landschaft, die von der Berlinka-Autobahn aus niemand mehr bewundert.“

Die Window Display Show präsentiert Werke internationaler Künstler in 
den Schaufenstern des D21 Kunstraum Leipzig und wendet sich direkt an 
die Passanten. In einer Doppelprojektion präsentiert Moreno 280 
digitalisierte Diafotografien, die er alle 500 Meter auf seinem Weg von 
Szczecin nach Barwice aufnahm, als Diaschau.

Gefördert durch das Baskische Kulturministerium