Eröffnung #1: 13.04.2017, 19 Uhr (mit Performances von Toon Fibbe, Ilke Gers)
Eröffnung #2: 04.05.2017, 19 Uhr (mit einer Performance von Jeremiah Day)

Ausstellungszeitraum: 14.04. bis 21.05.2017

Öffnungszeiten: Freitag bis Sonntag, 15 bis 19 Uhr

Künstler_innen: Jeremiah Day, Toon Fibbe Paula Gehrmann, Ilke Gers, Emma Haugh, Conny Karlsson Lundgren, Emanuel Mathias, Hana Miletić, Kym Ward, Katharina Zimmerhackl

Kuratorinnen: Lena Brüggemann & Katharina Zimmerhackl
Kuratorische Assistenz: Paula Gehrmann

Die Ausstellung Legitimate Rehearsals erklärt den Kunstraum zum Testfeld. Untersucht wird das Potential künstlerischer Auseinandersetzungen, mit ästhetisch-formalen Mitteln politische und soziale Prozesse zu reflektieren und kritisch zu hinterfragen. Nach welchen Regeln handeln wir heute und wie formen wir dadurch gesellschaftliche Prozesse? Inwiefern können im künstlerischen Raum soziale Verhältnisse neu gedacht und eingeübt werden? Die präsentierten Arbeiten stellen Fragen nach den Bedingungen und Grenzen gesellschaftlicher Teilhabe.

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»Material Recht« - Themenfokus 2017 im D21 Kunstraum

Der Aufstieg nationalistischer Strömungen, der Brexit, Trumps Executive Orders, das Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei – zurzeit veschieben sich soziale Übereinkünfte und Rechte. Recht reflektiert unsere Vorstellung von Gesellschaft, unsere Werte. Doch es beruht auf Pfeilern, die durch die Globalisierung und Digitalisierung zunehmend instabiler wirken: auf Territorium, fester Identität und Eigentum.

Der Krise unseres Rechts – das kaum Antworten hat auf die Kräfte der globalen digitalen Ökonomie – mit einer Rückkehr zum Nationalstaat mit geschlossenen Grenzen zu begegnen, löst die Widersprüche nicht auf. Die Welt wird mehr und mehr von globalen Akteuren bestimmt – wie supranationalen Organisationen und NGOs. Und zudem durch technische Normen und Standards, die in Expertengremien entschieden werden.

Das Programm des D21 Kunstraum sucht 2017 in einer Reihe von Ausstellungen und Veranstaltungen nach neuen Formen und Praxen von Recht. Damit wollen wir eine Auseinandersetzung anregen wo und durch wen heute Recht geschaffen und durchgesetzt wird, und wie Gesetze materiell werden.

In den letzten Jahren hat, unter anderem von dem Theorien Bruno Latours und Donna Haraways beeinflusst, in der Kunst eine intensive Auseinandersetzung mit einem Denken stattgefunden, das sich von der Unterscheidung in Subjekt und Objekt verabschiedet. Diese Unterscheidung ist für unser bisheriges Konzept von Recht substanziell. Das Rechtssubjekt, im 19. Jahrhundert explizit als weiß und männlich definiert, beruht auf Ausschluss, auf der Delegitimierung von anderen Stimmen. Der Subjektstatus hat sich durch gesellschaftliche Kämpfe ausgedehnt auf Frauen, „Minoritäten“ und in einigen Ländern inzwischen auch auf Flüsse oder die Natur an sich.
Doch nach wie vor schließt er eine Vielzahl von menschlichen und nichtmenschlichen Akteuren aus.

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