Noch bis 15. Juni läuft der Wettbewerb Call of Members der Bundeskulturstiftung, an dem der D21 Kunstraum teilnimmt. Für jedes neue gewonnene Mitglied, das bis zu diesem Zeitpunkt in unseren Verein eintritt, zahlt die Stiftung extra Gelder.

Seit über 10 Jahren ist der D21 im Stadtteil Lindenau und darüber hinaus aktiv. Der Kunstraum organisiert Ausstellungen, lädt internationale und lokale Künstler_innen und Theoretiker_innen ein, sucht den interdisziplinären Diskurs und setzt unkonventionelle Konzepte um. Möglich wird dies durch die ehrenamtliche Arbeit von einem etwa zehnköpfigen Team, das sich mit Leidenschaft für die Kunst und unseren Raum einsetzt.

Ihr könnt uns bei unserer Arbeit unterstützen, indem ihr Mitglied im Verein werdet. Mitgliederanträge findet Ihr hier.

Zögert nicht, einen schmalen Jahresbeitrag und Eure Stimme für die Stärkung der Kunst vor Ort zu geben!

Eröffnung #1: 13.04.2017, 19 Uhr (mit Performances von Toon Fibbe, Ilke Gers)
Eröffnung #2: 04.05.2017, 19 Uhr (mit einer Performance von Jeremiah Day)

Ausstellungszeitraum: 14.04. bis 21.05.2017

Öffnungszeiten: Freitag bis Sonntag, 15 bis 19 Uhr

Künstler_innen: Jeremiah Day, Toon Fibbe Paula Gehrmann, Ilke Gers, Emma Haugh, Conny Karlsson Lundgren, Emanuel Mathias, Hana Miletić, Kym Ward, Katharina Zimmerhackl

Kuratorinnen: Lena Brüggemann & Katharina Zimmerhackl
Kuratorische Assistenz: Paula Gehrmann

Die Ausstellung Legitimate Rehearsals erklärt den Kunstraum zum Testfeld. Untersucht wird das Potential künstlerischer Auseinandersetzungen, mit ästhetisch-formalen Mitteln politische und soziale Prozesse zu reflektieren und kritisch zu hinterfragen. Nach welchen Regeln handeln wir heute und wie formen wir dadurch gesellschaftliche Prozesse? Inwiefern können im künstlerischen Raum soziale Verhältnisse neu gedacht und eingeübt werden? Die präsentierten Arbeiten stellen Fragen nach den Bedingungen und Grenzen gesellschaftlicher Teilhabe.

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Themenfokus 2017 im D21 Kunstraum

Der Aufstieg nationalistischer Strömungen, der Brexit, Trumps Executive Orders, das Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei – zurzeit verschieben sich weltweit soziale Übereinkünfte und Rechte. Recht reflektiert unsere Vorstellung von Gesellschaft, unsere Werte. Doch es beruht auf Pfeilern, die durch die Globalisierung und Digitalisierung zunehmend instabiler wirken: auf Territorium, fester Identität und Eigentum. Der Krise unseres Rechts mit agressivem Nationalismus

und geschlossenen Grenzen zu begegnen, löst die Widersprüche nicht auf. Die Welt wird mehr und mehr von globalen Akteuren wie supranationalen Organisationen und NGOs bestimmt. Zudem beherrschen technische Normen und Standards, die in Expertengremien entschieden werden, unseren Alltag.

Das Programm des D21 Kunstraum sucht 2017 in einer Reihe von Ausstellungen und Veranstaltungen nach neuen Formen und Praxen von Recht. Damit wollen wir eine Auseinandersetzung anregen, wo und durch wen heute Recht geschaffen und durchgesetzt wird und wie Gesetze materiell werden.

In den letzten Jahren hat, unter anderem von dem Theorien Bruno Latours und Donna Haraways beeinflusst, in der Kunst eine intensive Auseinandersetzung mit einem Denken stattgefunden, das sich von der Unterscheidung in Subjekt und Objekt verabschiedet. Diese Unterscheidung ist für unser bisheriges Konzept von Recht substanziell. Das Rechtssubjekt, im 19. Jahrhundert explizit als weiß und männlich definiert, beruht auf Ausschluss, auf der Delegitimierung von anderen Stimmen. Der Subjektstatus hat sich durch gesellschaftliche Kämpfe ausgedehnt auf Frauen, „Minoritäten“ und in einigen Ländern inzwischen auch auf Flüsse oder die Natur an sich.

Doch nach wie vor schließt er eine Vielzahl von menschlichen und nichtmenschlichen Akteuren aus.  

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