Liebe Freund_innen des D21 Kunstraum,

mit dem Format D21/LAB bietet der D21 Kunstraum Leipzig Einzelkünstler*innen oder Künstlergruppen ein Experimentierfeld für eine Präsentation eigener, außergewöhnlicher Ausstellungsprojekte. Dazu laden wir ein, sich für eine spannende Ausstellung bei uns zu bewerben. Wir bieten zudem kuratorische und technische Unterstützung und übernehmen die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Bis zum 15. September 2017 könnt ihr Euch noch bewerben.

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Vernissage: 08. Juni 2017, 19 Uhr, mit „A Vochel wo red“, einem Klangduett von Michael Barthel und Anna Schimkat

Ausstellungszeitraum: 09. Juni 2017 bis 16. Juli 2017

Öffnungszeiten: Freitag bis Sonntag, jeweils 15 bis 19 Uhr

Künstler_innen: Libia Castro & Ólafur Ólafsson, Aslı Çavuşoğlu, Stefan Endewardt, Laura Horelli, Helen Knowles, Amalia Pica, Maruša Sagadin, Carey Young

Kuratorinnen: Lena Brüggemann, Lena von Geyso und Elisabeth Pichler

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Themenfokus 2017 im D21 Kunstraum

Der Aufstieg nationalistischer Strömungen, der Brexit, Trumps Executive Orders, das Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei – zurzeit verschieben sich weltweit soziale Übereinkünfte und Rechte. Recht reflektiert unsere Vorstellung von Gesellschaft, unsere Werte. Doch es beruht auf Pfeilern, die durch die Globalisierung und Digitalisierung zunehmend instabiler wirken: auf Territorium, fester Identität und Eigentum. Der Krise unseres Rechts mit agressivem Nationalismus

und geschlossenen Grenzen zu begegnen, löst die Widersprüche nicht auf. Die Welt wird mehr und mehr von globalen Akteuren wie supranationalen Organisationen und NGOs bestimmt. Zudem beherrschen technische Normen und Standards, die in Expertengremien entschieden werden, unseren Alltag.

Das Programm des D21 Kunstraum sucht 2017 in einer Reihe von Ausstellungen und Veranstaltungen nach neuen Formen und Praxen von Recht. Damit wollen wir eine Auseinandersetzung anregen, wo und durch wen heute Recht geschaffen und durchgesetzt wird und wie Gesetze materiell werden.

In den letzten Jahren hat, unter anderem von dem Theorien Bruno Latours und Donna Haraways beeinflusst, in der Kunst eine intensive Auseinandersetzung mit einem Denken stattgefunden, das sich von der Unterscheidung in Subjekt und Objekt verabschiedet. Diese Unterscheidung ist für unser bisheriges Konzept von Recht substanziell. Das Rechtssubjekt, im 19. Jahrhundert explizit als weiß und männlich definiert, beruht auf Ausschluss, auf der Delegitimierung von anderen Stimmen. Der Subjektstatus hat sich durch gesellschaftliche Kämpfe ausgedehnt auf Frauen, „Minoritäten“ und in einigen Ländern inzwischen auch auf Flüsse oder die Natur an sich.

Doch nach wie vor schließt er eine Vielzahl von menschlichen und nichtmenschlichen Akteuren aus.  

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